Der Begriff Arthrose ist ein Sammelbegriff für Verschleißerscheinungen von Gelenken. Diesen können völlig verschiedene Ursachen zugrunde liegen.Auch die Arthrose des oberen Sprunggelenkes ist eine der so genannten Volkskrankheiten. Ihre volkswirtschaftliche Bedeutung ist noch vor der des Herzinfarktes und des Bluthochdruckes zu nennen. Die Verschleißerkrankung (Arthrose) des oberen und unteren Sprunggelenkes entsteht - anders als die Arthrose der großen Gelenke Hüfte und Knie - häufig in Folge einer früheren Verletzung des Sprunggelenkes. Ebenso wie an anderen Gelenken führt der Verschleiß zu Knorpelabbau - und dadurch zu einer Abnahme der Gelenkspalthöhe. Es resultiert eine vermehrte Belastung des angrenzenden Knochens und vermehrter Abrieb. Die stoßdämpfende Funktion des Gelenkknorpels im Sprunggelenk geht mehr und mehr verloren. Entzündungen mit Schwellung und überschießender Knochenbildung am Sprunggelenk sind die Folge des Knorpelschadens und stellen den Übergang zur Sprunggelenksarthrose dar.
Die Sprunggelenkserkrankung führt beim Betroffenen zuerst nur zu gelegentlichen Sprunggelenksschmerzen, nachdem das Bein stärker belastet wurde. Die Sprunggelenksbeschwerden werden im Verlauf der Erkrankung häufiger und die Belastungsfähigkeit nimmt ab. Die Beweglichkeit des Sprunggelenkes wird durch die immer wiederkehrenden Entzündungen der Gelenkkapsel geringer und die schmerzbedingte Schonung des Fußes führt zu einem Entlastungshinken. Die nicht operative Therapie versucht den Krankheitsverlauf zu verzögern. Je nach Ursache der Diagnose können unterschiedliche Operationen helfen, den Verlauf zu verlangsamen oder die Schäden zu beheben. Hier verdrängt die Sprunggelenksprothese zunehmend die Versteifung des oberen Sprunggelenkes. Die bessere Funktion ist ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung.
Was ist eine Sprunggelenksarthrose und wie entsteht sie?
Eine Arthrose des oberen Sprunggelenkes entsteht durch einen jahrelangen Erkrankungsprozess. Am Anfang steht immer eine Schädigung des Gelenkknorpels, die einen vermindert belastbaren Knorpel hinterlässt. Dieser ist an seiner Oberfläche deutlich rauer als gesunder Knorpel und führt daher zu einem vermehrten Knorpelabrieb im Gelenk. Anfangs nur bei starker Belastung wie Kontakt- und Racketsportarten, später aber auch durch gewöhnliche Alltagsbelastung.
Die Reibung in einem gesunden Gelenk ist um ein mehrfaches geringer als die entstehende Reibung beim Gleiten von zwei Eiswürfel aufeinander. Die Aufrauung oder der komplette Aufbruch des Knorpels hat ein stärkeres Reiben zu Folge und die stoßdämpfende Funktion des Knorpels geht verloren.
Die abgeriebenen Partikel des Knorpels unterhalten den Verschleiß, da der geschädigte Knorpel durch eine Entzündungsreaktion im Gelenk weiter geschädigt wird.
Es resultiert eine vermehrte Belastung des angrenzenden Knochens, da die Dampfung des Knorpels nachlässt. Hierdurch werden Knochenanbauten am Sprunggelenk ausgebildet, die das Gelenk zunehmend in der Bewegungsfähigkeit einschränken.
Welche Ursachen für eine Arthrose des Sprunggelenkes kennen wir?
Man unterscheidet nach der Ursache der Sprunggelenksarthrose
- Primäre Sprunggelenksarthrosen (primäre OSG Arthrosen)
- Sekundäre Sprunggelenksarthrosen (sekundäre OSG Arthrosen)
Bei der primären Sprunggelenksarthrose ist die Ursache nicht geklärt. Sie entsteht spontan ohne Auslöser oder erkennbare Ursachen.
Die sekundäre Sprunggelenksarthrose kann verschiedene aber bekannte Ursachen haben.
- Nach Unfall entstehende Sprunggelenksarthrosen
- Rheumatisch bedingte Sprunggelenksarthrosen
- Infektionsbedingte Sprunggelenksarthrosen
- Als Lähmungsfolge entstehende Sprunggelenksarthrosen
Welches ist die häufigste Ursache für eine Sprunggelenksarthrose?
Das obere Sprunggelenk erkrankt sehr häufig nach einem Unfallschaden an einer Arthrose. Zu den Unfallschäden gehören Bandschäden des oberen Sprunggelenks nach Umknicken ebenso wie Gelenksschäden nach Sprunggelenksbrüchen. Sie kann auch entstehen, wenn sprunggelenksferne Knochenbrüche in Fehlstellung verheilen. Hierdurch entsteht eine ständige Fehlbelastung des Knorpels im Sprunggelenk. Meist entstehen diese Schäden erst im Verlauf von Jahren.
Neben den erworbenen Ursachen gibt es auch anlagebedingte Ursachen, wie im Rahmen von angeborenen Klumpfüßen, Plattfüßen oder Hohlfüßen.
Welche Beschwerden kann eine Sprunggelenksarthrose machen?
Je nach Ausmaß der Schäden im Sprunggelenk kann es zu verschiedenen Beschwerden kommen. Arthrosetypische Beschwerden des Sprunggelenkes, aber auch aller anderer Gelenke des Körpers sind anfänglich gelegentliche Schmerzen oder Ermüdungserscheinungen im Sprunggelenk. Morgendliche Anlaufschmerzen oder Sprunggelenksschmerzen nach längerer Ruhephase sind relativ typisch. Erst im weiteren Verlauf treten die Schmerzen im Sprunggelenk nach der Belastung oder bei Nacht auf.
Durch die Sprunggelenksbeschwerden wird die Lebensqualität der Betroffenen zunehmend eingeschränkt. Die Gehstrecke verkürzt sich, die Belastungsfähigkeit im Sport nimmt deutlich ab und die Teilnahme am Alltags- und Arbeitsleben wird deutlich eingeschränkt. Bewegungseinschränkungen des Sprunggelenkes und Schonhaltungen führen regelmäßig zur Ausstrahlung der Beschwerden in den Fuß oder den Unterschenkel. Die Verdachtsdiagnose lässt sich durch eine gezielte Befragung und eine klinische Untersuchung stellen.
Welche Röntgenuntersuchungen sind notwendig, um die Sprunggelenksarthrose umfassend abzuklären?
Zur Diagnose der Sprunggelenksarthrose sind Röntgenaufnahmen unter Belastung des Beines unabdingbar. Eine Beurteilung auf unbelasteten Aufnahmen ist nur zum Teil möglich. Diese Aufnahmen stellen die Achsverhältnisse und die Verteilung der Knorpelschäden im Sprunggelenk dar und liefern zugleich Aussagen über die Ursache der Arthrose. Vor einer operativen Therapie ist eine sog. Salzmann Aufnahme, die die Fersenbeinstellung abbildet, hilfreich, um eine Aussage über die Notwendigkeit von Rückfußkorrekturen zu treffen.
Weiterhin werden Belastungsaufnahmen des Fußes durchgeführt, um den Grad der schon vorhandenen Begleitarthrosen an den Nachbargelenken des Sprunggelenkes zu beurteilen. Weiterhin sind Ganzbeinaufnahmen zur Planung sinnvoll und notwendig. Weiterhin können Computertomographien eine sinnvolle Ergänzung sein um die Begleitarthrosen darzustellen. Die SPECT CT Untersuchung kann eine Aussage über die aus der Lastverteilung resultierenden Knochenumbauprozesse ermöglichen.
Wie erkennt der Arzt die Sprunggelenksarthrose im Röntgenbild?
Frühe Zeichen der Sprunggelenksarthrose:
Eine Verschmälerung des Sprunggelenkspaltes ist ein indirektes Zeichen für ein Knorpelschädigung und damit ein frühes Zeichen der Sprunggelenksarthrose.
Resultierend aus dem Knorpelschaden kommt es zu einer Anpassungsreaktion des sprunggelenksnahen Knochens. Eine Verdichtung des Knochens (Sklerosierung des Knochens) am Sprunggelenk ist die Folge.
Fortgeschrittene Zeichen einer Sprunggelenksarthrose:
Der Gelenkspalt des Sprunggelenkes verschwindet zunehmend und der gelenknahe Knochen verdichtet immer stärker bis der Randbereich des Knochens durch die vermehrte Belastung mit der Ausbildung von Knochenanbauten sog. Osteophyten reagiert. Die Druckzunahme im Knochen führt dann im Verlauf zu Knochenauflösungen sog. Geröllzysten oder Geoden führen. Dies sind Hohlräume im Knochen, die durch Knochentod entstehen. Als letztes Zeichen einer Sprunggelenksarthrose verformen sich die Gelenkpartner, denn die Belastung des Gelenkes verändert sich.
Am oberen Sprunggelenk entstehen häufig eine Abflachung des Sprungbeines (Talus) und eine vermehrtes Vorgleiten des Knochens.
Durch diese Veränderungen resultieren zunehmende Einschränkungen, die sich dann weiterhin auf die benachbarten Gelenke auswirken können.
Welche wesentlichen Ziele hat die Arthrose- Therapie am Sprunggelenk?
- Beseitigung von Störfaktoren (freie Gelenkkörper, Entzündungen der Gelenkschleimhaut)
- Wiederaufbau beschädigter oder fehlender Knorpelflächen
- Schutz des neu gebildeten Ersatzknorpels
Zuerst werden nicht operative Therapien durchgeführt. Die vorgeschlagenen Therapien sind vom Stadium der Sprunggelenksarthrose abhängig. Das Ziel all dieser Maßnahmen ist den Verlauf der Arthrose zu verzögern.
Dazu kommt eine medikamentöse Behandlung mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln, so genannten Antirheumatika oder NSAR (z.B. Diclofenac) in Frage. Ergänzend wird physikalische Therapie durchgeführt und eine Schuhzurichtung verordnet (z.B. Sohlenrolle, Arthrodesenschuh).
Gelegentlich wird auch versucht, eine Verzögerung des Knorpelabbaus durch Injektion von Knorpelaufbaupräparaten zu erreichen.
Konservative Maßnahmen
- Schuh-Zurichtung
- chondroprotektive Therapie zur Knorpelerhaltung
- Varus/Valgus-Entlastungsorthese
- Muskelaufbautraining
- PMT
- Akupunktur

- Krankengymnastik
- physikalische Therapie
Nachdem konservativen Maßnahmen versucht wurden, können operative Maßnahmen zur Therapie in Frage kommen.
Bei der Sprunggelenksarthrose stehen nachfolgende operative Sprunggelenksbehandlungen zur Verfügung.
Operative Methoden

- arthroskopische Gelenktoilette des Sprunggelenks
- Abrasionsarthroplastik
- Microfracture-Technik am Sprunggelenk
- Knorpeltransplantation am Sprunggelenk
- Achsenkorrektur des Unterschenkels oder der Ferse
- Bandplastiken des Sprunggelenkes
- Implantation einer Sprunggelenksprothese
- Versteifung des Sprunggelenkes

