
Beim Hüftoberflächenersatz wird der geschädigte Gelenkkopf lediglich überkront und nicht - wie bei der Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) - zusammen mit dem Schenkelhals entfernt.
Der künstliche Gelenkoberfläche entspricht in ihrem Umfang der Größe des natürlichen Kopfes: die Bewegungsabläfe werden als natürlicher empfunden - die Gefahr eines Auskugelns des künstlichen Gelenkes ist deutlich geringer als bei einer Hüft-TEP. Viele Patienten vergessen häufig, dass sie ein künstliches Hüftgelenk haben. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch spricht man bei diesem häufig beobachteten Phänomen auch von einer 'forgotten hip'.
Wie funktioniert die Methode nun genau?
Der Hüftkopf wird im Wesentlichen belassen. Er wird so bearbeitet, dass passgenau eine Kappe aus Metall mit gleicher Größe aufgesetzt werden kann.

Die künstliche Hüftpfanne, die ebenfalls eine Metall-Gleitfäche besitzt, wird in einem Pressfit-Verfahren zementfrei eingesetzt. Es handelt sich dabei um eine Metall-Metall-Gleitpaarung, die sich nun bereits seit über 10 Jahren klinisch bewährt hat. Es liegen damit allerdings noch nicht so umfassende Langzeitergebnisse mit bis zu 20 Jahren und mehr vor wir bei dem Standard-Hüftprothese.
Im Vergleich Verfahrensschema bei Hüft-TEP:
Warum werden Gleitflächen aus Metall verwendet?
Diese Metall-Metall-Gleitpaarung wurde bereits in den sechziger Jahren entwickelt und von Chirurgen klinisch eingesetzt. Teilweise zeigten sich extrem gute klinische Ergebnisse mit einer haltbarkeit von 20 Jahren und mehr. Leider waren zum damaligen Zeitpunkt die Fertigungstechnologien noch nicht so perfekt, dass diese sehr guten Ergebnisse immer erreicht werden konnten. Die Methode geriet somit wieder etwas in Vergessenheit. Die Weiterentwicklung der Technologie war also ein wesentliche Voraussetzung, die Vorteile dieser Gleitpaarung mit einem deutlich niedrigeren Verschleiss als konventionelle Paarungen mit Kunstoff zu nutzen.
Warum 'vergessen' Patienten dieses Implantat?
Die Belastungsverhältnisse im Hüftgelenk und auch der hüftumgreifenden Muskulatur ändern sich durch das Implantat sehr wenig. Die ursprüngliche Anatomie bleibt erhalten, was für den Patienten eine unveränderte Wahrnehmungbedeuten kann. Die Bewegungsfähigkeit des Hüftgelenkes ist weniger eingeschränkt, da die Größenverhältnisse der Implantate dem Orginal sehr nahe kommen. Die Belastbarkeit scheint hierdurch deutlich höher zu sein. Die beiden hochwertigen Metalloberflächen zusammen mit der Gelenkschmiere im Gelenk garantieren eine hohe Verschleiß und Abriebfestigkeit.
Zusammenfassend die Vorteile des Verfahrens:
- Spätere Revisionsmöglichkeit
- Kürzere Rehabilitation
- Knochenschonendes Verfahren
- Alternative zur Schaftprothese
- ermöglicht rasche Rückkehr in den Alltag
- schmerzarme Methode
- stellt die gesunde Physiologie wieder her
Dies alles sind wichtige Voraussetzungen für ein aktives Leben, in dem auch Sport wieder einen Stellenwert haben darf. Der Patient geht durch die Operation Risiken ein, die bei Erfolg der Methode die Chance zu deutlich mehr Lebensqualität bedeutet.

