Der Meniskus erfüllt viele wichtige Aufgaben im Knie. Er funktioniert als "Puffer" zwischen den Gleitflächen, verteilt die Gesamtlast im Knie und sorgt für die "Gelenkschmierung", Schockabsorption und vor allem für Stabilität. Meniskusverletzungen können traumatisch oder degenerativ sein, müssen jedoch fast immer operativ behandelt werden, und zwar möglichst bald, um Folgeschäden an den Knorpelflächen zu vermeiden.
Wozu dient der Meniskus?


Die halbmondförmigen Menisci ( Innen- und Außenmeniskus) befinden sich wie elastische Scheiben zwischen Schienbeinkopf und Oberschenkelrolle und erfüllen viele wichtige Aufgaben im Knie. Durch ihre optimale Anpassungsfähigkeit an die Gelenkoberfläche funktionieren sie als "Puffer" zwischen den Gleitflächen und führen wie ein Stoßdämpfer Schockabsorption durch. Dadurch, dass sie eine vergrößerte Auflagefläche bilden, verteilt sich die Gesamtlast im Knie besser. Ohne Menisci wäre der Druck auf die Gelenke bis zu sechs mal größer. Eine weitere wichtige Funktion ist die "Gelenkschmierung" zum Schutz der empfindlichen Knorpelschicht zwischen Ober- und Unterschenkel. Da der dickere Rand der Menisci mit der Gelenkkapsel fest verwachsen ist, tragen sie wesentlich zur Stabilität im Gelenk bei.
Die häufigsten Meniskus- Schäden sind Ein- oder Abrisse. Ihre Ursache kann entweder traumatisch, d.h. durch Verletzungen oder degenerativ, also durch Alterserscheinungen bestimmt sein.
Da sie häufig zu Einklemmungen führen, sollte möglichst rasch eine Abklärung durch den Orthopäden erfolgen, damit Folgeschäden wie Gelenkverschleiß und Arthrose vermieden werden können. Nur ein erfahrener Diagnostiker kann beurteilen, ob ein Meniskusriss von alleine ausheilen kann oder behandelt werden muss.
Welche Beschwerden verursacht ein Meniskusschaden?
Eigentlich könnten Sie sich über
Schmerzen durch einen Meniskusriss freuen - sie sind ein zuverlässiger Indikator und zeigen an, dass im Knie etwas nicht in Ordnung ist. So kann es nach einer Rotationsbewegung im Kniegelenk oder beim Aufstehen aus der Hocke zu einer Blockade oder zu einem einschießenden Schmerz kommen. Der stichartige spontane Schmerz tritt meist bei Sportverletzungen am Meniskus auf. Auch plötzliche Bewegungs- oder Funktionseinschränkungen sowie mangelnde Belastbarkeit können ein Hinweis auf akute Meniskusverletzungen sein.
Eine schmerzhafte Streckhemmung, bzw. Blockade oder ein "Schnappen" deutet dagegen meist auf einen sog. Lappen- oder Korbhenkelriss hin.
Viel gefährlicher als akute sind degenerative, also schleichende Prozesse, bei denen es nicht sofort, sondern erst mit der Zeit zu störenden Empfindungen im Kniegelenk kommt. Weitere Anzeichen können Ergüsse oder Überwärmungen oder im Tagesverlauf stärker werdende Schmerzen im Kniegelenk sein.
Oder es reicht eine kleine ungeschickte Bewegung im Alltag aus, um an dem degenerativ veränderten Gewebe ein Platzen des Meniskus auszulösen.
Wann muss operiert werden?
Nicht immer muss ein Meniskusriss operiert werden. Abhängig von der Art des Risses und dem Alter des Patienten, bzw. dem Zustand des Gewebes, bestehen teilweise gute Chancen auf eine Selbstheilung. Vor allem bei Sportunfällen von jungen Patienten, bei denen der Alterungsprozess noch nicht eingesetzt hat, kann sich ein Riss wieder vollständig schließen. Gute Heilungsaussichten bestehen auch, wenn der Meniskus in der Nähe der Kapsel gerissen ist, da im randnahen Bereich die Durchblutung besser ist. Die Physiotherapie ist eine gute Methode, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.
Schlechter sieht es bei degenerativ bedingten Veränderungen aus, dort bestehen so gut wie keine Aussichten auf eine Selbstheilung. In Abhängigkeit von der Intensität der Bewegungs- Einschränkungen und Beschwerden kann versucht werden, mit konservativen Therapien eine
Operation hinaus zu zögern. Dadurch wird jedoch die Ursache nicht behoben und es
besteht die Gefahr, dass durch das fehlende "Alarmzeichen" Schmerz die Situation verkannt und mit der Operation zu lange gewartet wird.
Dann können oft schon Sekundärschäden entstanden sein.
Um sicher zu gehen, wie die Beschaffenheit der Gelenkknorpel aussieht, kann eine Kniegelenkspiegelung durchgeführt werden.
Je früher das Problem erkannt und behoben wird, desto bessere Ergebnisse werden erzielt.
Erklärtes Ziel bei der arthroskopischen OP ist immer, ein Maximum des natürlichen Meniskusgewebes zu erhalten um die Langzeitbelastbarkeit zu gewährleisten.
Bei bestimmten degenerativen Schäden lässt sich eine Teilentfernung des Meniskus manchmal nicht vermeiden. Je weniger funktionsfähiges Meniskusgewebe entfernt wird, desto besser sind generell die Langzeitprognosen.
Welche verschiedenen Arten von Meniskus- Operationen gibt es?
Meniskus erhaltende Naht
Bei frischen Rissen - vor allem im kapselnahen und folglich gut durchbluteten Bereich- kann das ansonsten gesunde Meniskusgewebe am besten durch eine Naht erhalten bleiben. Vor allem im seitlichen und vorderen Bereich werden mit modernen Nahttechniken unter Verwendung von speziellen Fäden perfekte arthroskopische Nähte erzielt. Dabei entscheidet der erfahrene Operateur anhand der Größe und Lage des Risses, welche Nahttechnik er anwendet um den Meniskus optimal zu befestigen.
Auch bei den relativ schwerwiegenden sog. Korbhenkelrissen mit großflächigen Abrissen sollte der Meniskus soweit irgend möglich erhalten bleiben um das Arthroserisiko einzudämmen.
Transplantation von natürlichem Material
In den Fällen, wenn der Meniskus nicht genäht werden kann, entweder wegen Lage und Größe des Risses, oder weil bereits ein größerer Meniskusverlust bestanden hat, kann ein sog. Spender- Meniskus eingesetzt werden.
Diese Lösung wird auch häufig angewendet, um bei sehr jungen Patienten eine frühe Arthrose und einen beginnenden Knorpelschaden zu verhindern.
Dabei kann sowohl der Innen- als auch der Außenmeniskus ersetzt werden. Wichtig ist nur, dass vorher im Rahmen der Diagnostik die genaue Größe und Lage des zu ersetzenden Meniskus ermittelt wird.
Der benötigte Spendermeniskus stammt von einem international tätigen Transplantat- Zentrum. Das Risiko besteht in den unter Umständen längeren Wartezeiten, bis ein passendes Transplantat gefunden wird. Glücklicherweise kommt es bei diesen Implantaten nicht zu den von Organtransplantationen bekannten Abstoßungsreaktionen. Da das Implantat unter sterilen Bedingungen entnommen und auf Krankheitskeime untersucht wird, kommen Infektionen so gut wie nie vor.
Der minimal invasive Eingriff, bei dem das präparierte Implantat durch einen winzigen Zugang eingesetzt und festgenäht wird, dauert in der Regel ca. zwei Stunden.
Einsetzen eines synthetischen Implantats
Synthetisches Meniskusgewebe kommt vor allem zum Einsatz, um partielle Verletzungen und Schäden am Innen-und Außenmeniskus auszugleichen. Das neu entwickelte, schwammartige Material ist durch seine poröse Struktur besonders gut zum Einwachsen geeignet. In seine dicht vernetzte Porenstruktur wachsen Blutgefäße ein, um die herum neues, körpereigenes Gewebe gebildet wird. So bald das neu entstandene natürliche Gewebe seine Funktion aufnimmt, wird das Implantat aufgelöst und vom Körper abgebaut.
Der Eingriff erfolgt auch hier minimal invasiv, das heißt durch einen kleinsten Hautschnitt und unter maximaler Erhaltung des gesunden Gewebes.
Die Ergebnisse bei schmerzhaften Meniskus-Defekten sind hervorragend, allerdings liegen noch keine Langzeitergebnisse vor.
Was passiert nach der Operation?
Nach einfachen Teilentfernungen des Meniskus kann bereits am OP- Tag teilbelastet werden. Gehstützen erleichtern die Dosierung der Belastung. In der Regel ist die Arbeitsfähigkeit bereits nach ein bis zwei Wochen gegeben, es sei denn, die berufliche Tätigkeit ist besonders belastend für die Knie. Nach einer Woche können "sanfte" Sportarten wie Radfahren vorsichtig begonnen werden. Schwimmen kommt erst in Frage, nach dem die Wunde komplett verheilt ist. Nach drei bis vier Wochen können auch belastendere Sportarten wie Fußball, Tennis oder Joggen ausgeübt werden.
Im Anschluss an eine
Meniskusnaht erfolgt eine ca. vierwöchige Phase der Teilbelastung mit Gehstöcken und der Übergang zur Vollbelastung ab der fünften Woche. Mit jeglichem Sport sollte sechs bis acht Wochen abgewartet werden. Belastende Sportarten sollten in Absprache mit dem Operateur nicht vor Ablauf von sechs Monaten ausgeübt werden.
Bei Meniskus-Transplantationen beträgt die Teilbelastungsphase ca. fünf bis sechs Wochen. Nach sechs bis acht Wochen kann mit leichtem Sport begonnen werden. In jedem Fall sollte die sportliche Aktivität und die Belastungsgrenze mit dem Operateur abgestimmt sein.
In allen Fällen sollte zur Unterstützung des Heilungsprozesses Krankengymnastik zur Anwendung kommen. Nachdem der Heilungsprozess eingesetzt hat, verschwinden die Beschwerden und Symptome. Dies ist normalerweise nach einem Zeitraum von sechs bis acht Wochen der Fall.